Marmor von der Antike bis heute.

Schon seit ungefähr 700 v. Chr. wird Marmor zum Bau von hochwertigen Wohnanlagen, Bädern, Küchen, Tempeln und als Werkstoff für Kunstwerke in Marmorsteinbrüchen abgebaut.
Der erste nachgewiesene Abbau von Marmor fand schon vor über 2600 Jahren auf der griechischen Insel Paros statt. Dort wurde der Abbau von »Parischen Marmor« von den Hängen des Berges Marpesso (Capresso) unweit des Dorfes Marathi in verschiedenen Steinbrüchen betrieben. Nur die unterirdischen Brüche auf Paros enhielten den sogenannten Statuenmarmor. Die berühmteste Statue aus Parischen Marmor ist wohl die Venus von Milo die wahrscheinlich um 100 v. Chr. entstand.

Zumeist war der Marmor von Paros für die Fertigung von Statuen nicht zu nutzen, da er mit Quarzkörnern und Eisenmineralien durchsetzt und allgemein eher grobkörnig ist. Er wurde somit als Baumaterial für luxuriöse Gebäude wie Villen und Tempel genutzt. Die Lichtdurchlässigkeit dieses Marmors führte auch zur Verwendung als Dachabdeckungen in einigen architektonischen Anlagen. Zu einer der berühmtesten antiken Bauten aus Parischen Marmor zählt der Apollontempel in Delphi.

Seit dem zweiten Jahrhundert v. Chr. wird der Marmorabbau in der italienischen Provinz Massa-Carrara in der Toskana belegt.
Carrara Marmor ist der Oberbegriff für viele unterschiedliche Handelsbezeichnungen – z. B. Ordinario, Venato, Calacatta ... – die jeweils auf die Güte, den Steinbruch oder die Tradition hinweisen. Carrara-Marmor ist weltweit wohl der bekannteste Marmor.
Dieser Marmor eignet sich besonders für Treppen- und Bodenbeläge, für Fensterbänke und Fliesen z. B. im Badezimmer und dem Wohnbereich.

Auf Grund seiner besonders feinen Materialstruktur wird der berühmte und teure Carrara-Statuario-Marmor gerne für die Fertigung von Kunstwerken genutzt. Der Statuario ist rein weiß und bis zu 25 cm lichtdurchscheinend – was ihm seinen besonderen Schimmer verleiht.
Die geäderte Varianten dieses besonderen Marmors heißen Statuario Venato. Auch bei diesen geäderten Sorten ist es wichtig, dass der Marmor einen rein weißen Hintergrund hat.

Die preisgünstigeren geäderten Marmorarten werden unter dem Begriff Carrara Ordinario gehandelt. Diese haben keinen rein weißen Grundton – die Unterscheidung ist jedoch für Marmor-Unkundige oft schwer - auch hier können wir Sie, bei uns im Natursteinwerk Bartels individuell und fachkundig beraten.

Marmor hatte durch die Jahrhunderte eine sehr bewegte Geschichte und seine Ausstrahlung war immer auch mit Reichtum oder Heiligkeit verbunden. In allen Zeitaltern war Marmor ein prunkvoller Ausdruck von Macht und Wohlstand.
Mit Beginn des Römischen Reiches verbreitet sich diese Natursteinsorte über das südliche Europa. Damit wurde der bekannte griechische Marmor, von dem in den Aquanischen Alpen gefundenen Marmor verdrängt. Im gesamten römischen Herrschaftsbereich entstanden aus dem Carrara prächtige Tempel und Paläste, Bäder, Denkmäler, Statuen – ganze Straßenzüge wurden aus Marmor gefertigt.

Bis in das 14. Jahrhundert wurde Marmor ausschließlich mit Wasser und Holzkeilen und Hebestangen aus den Marmor-Brüchen gewonnen. Später wurde (dann) bis in die 1960er Jahre explosive Sprengladungen mit Nitroglycerin, Dynamit und TNT genutzt, die jedoch neben der gefährlichen Handhabung zusätzlich auch für viel Verlust durch Marmor-Schutt sorgten und so viel Marmorgestein unwiederbringlich zerstörten.
Heute wird Marmor in der Regel auf schonende und effiziente Art gewonnen. Es werden hierzu Kurz-Seilsägen oder Schrämmaschinen genutzt.
Schon 1815 wurde die erste Steinsäge mit mehreren Sägeblättern von dem italienischen Arbeiter Giuseppe Perugi erfunden, etwas später erfand der Deutsche Otto Liliental die erste Schrämmaschine. Sowohl die Kurz-Seilsägen als auch die Schrämmaschinen sägen die Marmorblöcke heutzutage direkt aus den Wänden der Naturstein-Brüche.

Marmor wird weltweit abgebaut, je nach Steinbruch ergibt sich eine individuelle Maserung der Marmorsorten. Der italienische Marmor hat auf Grund seiner Qualität und der kulturellen Geschichte in Europa immer noch die herausragende Bedeutung. Im Zusammenhang mit der Globalisierung, kommt mittlerweile auch immer mehr Marmor aus Übersee, insbesondere aus China und Südamerika.

In der weiteren Verarbeitung ist Marmor ein sehr vielseitiges Gestein. Mit verschiedenen Verarbeitungstechniken können wir bei uns im Marmor- und Granitwerk Bartels viele Produkte aus Marmor fertigen, u. a. Waschtische, Wandverkleidungen und weitere Accessoires für das Bad, die Küche und für den Wohnbereich.
Mit unserem sehr gut ausgestatteten Maschinenpark können wir Marmorprodukte auf eine sehr anspruchsvolle und doch effiziente Art produzieren. Von der Naturstein-Brückensäge, die auch große Platten, sehr präzise schneiden kann, bis zur gesteuerten CNC Fräse – die computergestützt z. B. aus Marmor die verschiedensten Formen schneiden kann – bieten wir bei Bartels eine hohe Kompetenz in der Produktion und Weiterverarbeitung von Produkten aus Marmor.

Betonstein und Marmorwerk Bartels GmbH 2001 – 2017